Versorgungswerk - Landesärztekammer Hessen

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05.08.2014"Mütterrente" für Mitglieder berufsständischer Versorgungseinrichtungen

Der Deutsche Bundestag hat am 23.05.2014 ein Rentenpaket verabschiedet, das am 01.07.2014 in Kraft trat. Großer Bestandteil des Paketes ist die so genannte „Mütterrente“ – die Einführung eines zweiten Entgeltpunktes für Geburten vor 1992. Hier sind Mitglieder berufsständischer Versorgungs-einrichtungen insoweit betroffen, als sie seit 2008 Kinder-erziehungszeiten in der Deutschen Rentenversicherung (DRV) vormerken können und so einen Rentenanspruch bei der DRV erwerben oder erhöhen können.

 

Laufende Renten werden für die Zeit nach dem 01.07.2014 entsprechend erhöht. Ein Antrag ist nicht notwendig. Renten-nachzahlungen für Zeiträume vor dem 01.07.2014 wird es nicht geben. Ein Antrag ist ebenso nicht notwendig, wenn zwar noch keine Rente bezogen wird, aber die Berücksich-tigung von Kindererziehungszeiten bereits beantragt wurde. Wurden Kindererziehungszeiten noch nicht beantragt, muss dagegen auch die Berücksichtigung von Geburten vor 1992 geltend gemacht werden.

 

Die Entgelte für Kindererziehungszeiten werden zu denen aus gegebenenfalls eigener Erwerbstätigkeit während der Erziehungszeit addiert. Ausgenommen sind Rentenbezieher, die vor dem 01.07.2014 schon eine Rente bezogen haben. Hier soll ein pauschaler Zuschlag in Höhe eines persönlichen Entgeltpunktes gezahlt werden. Eine während der Erziehungszeit ausgeübte Beschäftigung hat also hier keine Auswirkung auf die Höhe der Mütterrente.

 

Für die Erfüllung der Wartezeit von fünf Jahren ist mindestens die Erziehung von drei Kindern vor 1992 nötig, mit ab 1992 geborenen Kindern ist die Wartezeit bereits durch die Erziehung von zwei Kindern erfüllt, soweit keine anderweitigen Versicherungszeiten bei der DRV vorliegen. Dies ist insbesondere häufig bei Mitgliedern berufsständischer Versorgungseinrichtungen der Fall. Es kann also sein, dass Mütter, die aufgrund ihrer Mitgliedschaft in berufsständischen Versorgungseinrichtungen bei der DRV ausschließlich Kindererziehungszeiten vor 1992 vorzuweisen haben, mit dem zusätzlichen Entgeltpunkt erstmals einen Anspruch auf die Zahlung einer gesetzlichen Rente erhalten.

 

Dabei sind nicht nur die Vormerkung der  Kinder-erziehungszeiten, sondern auch der Bezug der Rente antragspflichtig. Damit die Rente zum frühestmöglichen Zeitpunkt ab Juli 2014 gezahlt werden kann, muss der Rentenantrag bis Oktober 2014 gestellt sein. Spätere Anträge führen erst zu einer Rentenzahlung ab dem Monat der Antragsstellung.

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